Ein ausverkaufter Saal, stehende Ovationen und ein zutiefst bewegtes Publikum: Das Jubiläumskonzert „Best of Klassik“ des Sinfonieorchesters der Universität Hohenheim am 12. Juli 2026 im Bürgerhaus Möhringen wird allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis bleiben. Unter der Leitung von David Walter präsentierte das Ensemble ein anspruchsvolles Programm, das nicht nur die musikalische Vielfalt der letzten vier Jahrzehnte feierte, sondern auch zu einer feierlichen Hommage an den verstorbenen langjährigen Dirigenten Klaus Breuninger wurde.
Das Interesse an diesem besonderen Abend war riesig. Bis auf den letzten Platz besetzt präsentierte sich der Ursula-Ida-Lapp-Saal am vergangenen Sonntag. Ein besonderer Moment des Abends war das Grußwort des Rektors der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Christoph Schneider, der in seiner Ansprache die Bedeutung des Orchesters als feste kulturelle Größe und kreativen Ausgleich für Studierende und Mitarbeitende hervorhob.
Ein Programm der Kontraste und tiefen Bilder
Das Konzert bot einen beeindruckenden Querschnitt durch die Musikgeschichte. Die Musikerinnen und Musiker eröffneten den Abend mit den vertrauten, farbenreichen Klängen aus Edvard Griegs Peer Gynt-Suiten. Spätestens bei der mitreißenden Dynamik von „In der Halle des Bergkönigs“ sprang der Funke endgültig auf das Publikum über. Es folgten Felix Mendelssohns atmosphärische Ouvertüre Die Hebriden und der dichte, dramatische erste Satz aus Franz Schuberts Unvollendeter, bevor Jean Sibelius‘ Finlandia das Publikum mit heroischen Blechbläserklängen in die Pause entließ.
Auch der zweite Teil hielt das Niveau mühelos: Camille Saint-Saëns‘ schaurig-schöner Danse macabre glänzte durch pointierte Soli, gefolgt von der puren Energie des berühmten Eröffnungssatzes aus Beethovens 5. Sinfonie. Mit dem eleganten Blumenwalzer von Tschaikowsky und dem virtuosen, vor Energie sprühenden Galop infernal (Cancan) aus Offenbachs Orpheus in der Unterwelt fand das offizielle Programm einen absolut fulminanten Abschluss, der die Zuhörer begeisterte.
In dankbarem Gedenken
Über all der Spielfreude lag an diesem Abend jedoch auch eine spürbare melancholische Note. Der plötzliche Tod des langjährigen Dirigenten Klaus Breuninger im Mai hatte das Orchester mitten in den Vorbereitungen tief getroffen. Dass das Ensemble das Konzert dennoch spielte – und zwar genau mit dem Programm, das Klaus Breuninger noch selbst ausgewählt hatte –, erwies sich als die richtige Entscheidung.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zuge dem jungen Dirigenten David Walter. Er übernahm die musikalische Leitung extrem kurzfristig und führte das Orchester mit enormer Souveränität, Energie und spürbarem Feingefühl durch die intensive Probenphase und den Konzertabend.
Begeistertes Feedback und Ausblick
Das Feedback nach dem Konzert war überwältigend. Unzählige Besucher zeigten sich tief berührt von der Leistung des Orchesters und der besonderen Atmosphäre im Saal. „Man konnte die Leidenschaft und den Zusammenhalt in jedem einzelnen Takt spüren“, hieß es unter anderem in den zahlreichen Rückmeldungen.
Nach diesem emotionalen Meilenstein blickt das Sinfonieorchester nun wieder mit Zuversicht und Tatendrang nach vorn. Die Planungen für das nächste Projekt laufen bereits, und das Orchester freut sich wie immer über neue Mitspielerinnen und Mitspieler. Die nächsten Gelegenheiten, das Ensemble live zu erleben, lassen nicht lange auf sich warten: Am 30. und 31. Januar 2027 stehen die nächsten Konzerte im Terminkalender.