Mit zwei sehr gut besuchten Konzerten präsentierten der Solitude‑Chor Stuttgart und das Sinfonieorchester der Universität Hohenheim unter der Leitung von Klaus Breuninger in diesem Jahr ein Programm, das für viele Zuhörerinnen und Zuhörer eine echte Entdeckung war. Im Mittelpunkt standen zwei Werke von Charles Villiers Stanford, die heute nur selten auf den Spielplänen erscheinen: die „Irish Symphony“ und die Messe in G‑Dur. Beide Stücke boten dem Ensemble die Möglichkeit, neue musikalische Akzente zu setzen und gleichzeitig die Vielfalt dieses zu Unrecht wenig beachteten Komponisten zu zeigen.

Die Aufführung der „Irischen“ Sinfonie machte deutlich, wie farbig und zugänglich Stanfords Orchestersprache ist. Das Orchester nutzte die Gelegenheit, die Mischung aus irischen Anklängen, romantischer Klangfülle und klarer Struktur mit hörbarer Freude umzusetzen. Besonders die rhythmisch markanten Passagen des Scherzos und die weit gespannten Linien des langsamen Satzes fanden beim Publikum großen Anklang. Viele Besucherinnen und Besucher äußerten im Anschluss, dass sie das Werk zum ersten Mal live gehört hätten – und entsprechend beeindruckt waren.
Nach der Pause folgte Stanfords Messe in G‑Dur, die in ihrer ruhigen, klaren Tonsprache einen deutlichen Kontrast zur Sinfonie bildete. Chor, Solistinnen, Solisten und Orchester arbeiteten eng zusammen und gestalteten die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Messteile mit großer Sorgfalt. Die feinen Wechsel zwischen Chor und Solisten, die transparenten Fugenteile und die ausgewogene Balance zwischen Stimmen und Orchester wurden vom Publikum aufmerksam verfolgt und mit langem Applaus gewürdigt. Die Messe, die nur selten aufgeführt wird, erwies sich als ein Werk, das sowohl musikalisch als auch atmosphärisch nachhaltig wirkt.
Besonders erfreulich war die durchweg positive Resonanz des Publikums, das die überzeugende Interpretation beider Werke ausdrücklich würdigte. Viele Rückmeldungen machten deutlich, dass Stanfords Musik als bereichernde und selten gehörte Ergänzung zu gängigen Konzertprogrammen wahrgenommen wurde.